Mobilfunkstrahlung

"Früher haben wir mit dieser Mikrowellenstrahlung Geburtenkontrolle gemacht. Heute telefonieren wir damit. Sehr schön!"

(Mit diesen Worten leitete Frau Prof. Dr. Huai Chiang von der Zhejiang Universität in China ihr Referat auf der Internationalen Mobilfunkkonferenz Anfang Juni 2000 in Salzburg ein.)

 

Mit der Nutzung von elektromagnetischen Feldern im Mikrowellen-Bereich (Mobilfunk (GSM, UMTS)) wurde nahezu weltweit eine Technologie eingeführt, ohne die eventuellen biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen entsprechend den zeitgemäßen medizinisch-toxikologischen Standards zu prüfen.

Eine Vorgehensweise, die bei vielen anderen Dingen des täglichen Gebrauchs (Lebensmittel, Textilien, Haushaltschemikalien etc.) Entrüstung hervorrufen würde.

Dies ist umso bemerkenswerter, als es bislang keine einzige andere Technologie gibt, die auf so viele Menschen in der Umgebung einer niederfrequent gepulsten Mikrowellensendeanlage - wie es bei den zehntausenden so genannten Mobilfunk-Basisstationen der Fall ist – dauerhaft einwirkt (Langzeitexposition).

Der rasant fortschreitende Ausbau der Mobilfunknetze mit der GSM-Technik führte in den Siedlungs- und Erholungsgebieten zu einer deutlichen Erhöhung der Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (EMF). Schon derzeit liegen die Felder der GSM-Technik etwa zehn- bis mehr als hundertfach über jenen Immissionen, die etwa durch Fernseh- und Radiosender verursacht werden. Dabei stehen wir erst am Anfang einer Entwicklung, die immer mehr Anwendungen drahtloser Kommunikation schafft. So gibt es neben Handys und Innenraum-Antennen bereits Notebooks und Computernetzwerke, die ihre Informationen mittels Funk übertragen  (W-Lan). Relativ unbeachtet in der Diskussion sind auch die mit 100 Hz gepulsten Schnurlostelefone nach dem DECT-Standard. Die folgende Generationen hoch- frequenter Datenübertragungen wie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und MBS (Mobile Broadband System) sind bereits eingeführt. Hier wurde die technische Entwicklung massiv vorangetrieben; auch diesmal wieder ohne den Versuch zu unternehmen, vorher mögliche biologische und gesundheitliche Wirkungen zu prüfen.

Diese Entwicklung führt dazu, dass wir alle ständig und an jedem Ort einer gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Strahlenbelastung ausgesetzt sind, die es in dieser Art und Intensität bisher nicht gegeben hat und deren Langzeitwirkung auf den menschlichen Organismus sowie die Flora und Fauna erst ansatzweise erkennbar wird.

Das Gefährliche an dieser allgegenwärtigen Hochfrequenzbelastung besteht darin, dass auch unser körpereigenes Informationssystem, das mit natürlichen elektro-magnetischen Signalen arbeitet (allerdings auf einem millionenfach schwächeren Energieniveau) davon beeinflusst wird. Die Überflutung durch technische Hochfrequenzquellen verursacht deshalb in der Natur sowie bei Tieren und Menschen vielfältige biologische Störungen durch Einkopplung nieder- und hochfrequenter elektromagnetischer Signale in das Informationssystem unserer Zellen.

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